Die Täler und Berghänge im Altai sind nun auch von wunderschönen und kuschligen kleinen weissen Zicklein bevölkert. An Schlaf war für die Nomadenhirten nicht zu denken in den letzten beiden Monaten, da sind Jungtiere geboren.
Die Wochen im März und April, wenn die Jungtiere zur Welt kommen, müssen sich die Hirten Tag und Nacht um die Mutter- und Jungtiere kümmern. Wenn die Lämmer und Zicklein tagsüber auf der Steppe zur Welt kommen, müssen sie manchmal in einem leichten Jurtensack der Herde hinterhergetragen werden, weil die Berghänge so steil sind, die Kleinen das nicht schaffen können. Ein weiterer Grund sind die extrem tiefen Temperaturen. Die Hirten können die Herde nicht verlassen, bleiben immer in der Nähe und tragen die Kleinen. Die Nächte verbringen die Tiere in einem offenen Stall. Auch dort muss ständig Wache gehalten werden, da das Neugeborene bei Temperaturen von bis zu minus 40-50°C die erste Nacht nicht überleben würde. Es wird in die Jurte zu den Menschen und an die Wärme gebracht nachdem es die erste Milch bei der Mutter trinken konnte.
Wir brachten 31 edle weisse Kaschmirböcke im Spätherbst 2020 in den Altai damit diese sich mit den ansässigen Kaschmirziegen vereinigen. Ein kräftiger Bock kann gut zwischen 25-30 Ziegen begatten. Wir haben noch keine genauen Zahlen von den Nomaden erhalten. Die Jungtiere können im Frühjahr 2022 zum ersten Mal gekämmt werden und die feinste, reinste Kaschmirwolle in die Produktion gehen.
Die Beschaffung von Bildern der Neugeborenen hat einige Zeit gedauert, in den Winterlagern ist kein Netz vorhanden und kaum ein Nomade über ein Smartphone verfügt. So mussten die Bilder über eine lange beschwerliche Wegstrecke in die Kreisstadt Tsengel zu Freunden gebracht werden, welche die Bilder an Galtaikhuu senden konnten.
Die Nomaden mussten bereits jetzt hoch hinauf ins Kharaganatal ins Sommerlager ziehen mit ihren Herden und den Jurten, weil es im Winterlager kein Wasser mehr gibt und auch keinen Schnee, so dass die Tiere trinken können. Das Frühlingslager hat ebenfalls zu wenig Wasser. Es ist noch sehr, sehr kalt im Sommerlager auf 2500 m Höhe und teilweise liegt auch noch Schnee. Die Nomaden müssen immer dorthin ziehen, wo die Herden Wasser und Nahrung finden. Das ist ihr Schicksal.
Die Evaluation von geeigneten Kaschmirproduktions-Stätten in Ulaan Baatar war durch die immer wieder verhängten Lockdowns in der Stadt erschwert. Ebenso konnten die bestellten Prototypen nicht verschickt werden, so dass höchstwahrscheinlich der erste Verkauf von eigenen Kaschmirprodukten nicht in diesem Jahr realisiert werden kann. Wir versuchen weiterhin unermüdlich die Rahmenbedingungen für eine baldige Realisation herbeizuführen.
Den ausführlichen Bericht zum Projekt finden Sie hier.
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